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Unser Bauernhof
Im Norddeutschen Flachland, direkt am „Großen Moor“, das zur Diepholzer
Moorniederung gehört, liegt unser 5 ha großer Bauernhof. Als wir den
Hof 1992 gekauft haben, wurden von uns die Landflächen umgestaltet und
die Grundlage für eine tierfreundliche und umweltgerechte
Landwirtschaft gelegt. So entstand im laufe der Jahre ein Lebensraum,
auf dem sich Mensch und Tier wohl fühlen können.
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Obwohl der Hof in erster Linie als Grünlandbetrieb
bewirtschaftet wird, findet man doch zahlreiche Lebensräume und Biotope, die
den verschiedenen Wild- und Haustieren ein Zuhause bieten.
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Lebensräume:
Die Grünflächen sind aufgeteilt und werden von Hecken und
Ruhezonen gerahmt oder sind als Obstwiese angelegt. Die Hecken sind ein guter
Windschutz und bieten Tieren wie Zaunkönig, Rotkehlchen, Rebhühnern, Igel und
Hermelin sicheren Aufenthalt. Im Winter können sich auch Insekten, Käfer und
Kröten in diese Ruhezonen zurückziehen.
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Der 2 Morgen große Wald bildet wieder einen anderen
Lebensraum. Hier fühlen sich die Singdrossel, der Zilp-Zalp und der Maulwurf
besonders wohl. Der Maulwurf baut hier riesige Burgen, in denen er seine Jungen
aufzieht.
In Hausnähe befindet sich ein Feuchtbiotop mit Fröschen,
Molchen, Libellen und vielen anderen wasserliebenden Tieren. Gern kommen die
Vögel zum Trinken und Baden ans Wasser. Die Kröten veranstalten inzwischen
jeden Frühling eine Krötenwanderung vom naheliegenden Wald in das Feuchtgebiet.
Besonders auffällig ist hier auch der andersartige Bewuchs mit Schilf und
Wasserpflanzen.
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Haustiere:
Besonders wichtig sind für uns natürlich die Haustiere. Alle
sind in die vorher aufgeführten Lebensräume integriert und ihre Stückzahlen
sind der Fläche angepaßt.
Eine artgerechte und tierfreundliche Haltung und Fütterung
ist für uns selbstverständlich. Hierzu gehört die Hühnerhaltung mit Auslauf,
die trockene, eingestreute Schweinehütte und die Erde zum Wühlen, ganzjähriger
Auslauf für Pferd und Esel, sowie eine Wiese mit verschiedenen Gräsern und
Kräutern für die Kühe. Im Winter gibt es gutes duftendes Bioheu, das im Sommer
von Schmetterlingen, Heuschrecken, Käfern und der Heidelerche bewohnt war. Die
Tierrassen, die für diese Haltungsformen am besten geeignet sind, sind heute
selten geworden und deshalb oft vom Aussterben bedroht. Mehr zu diesem Thema
und zu unseren Haustierrassen ist im Beitrag „Erhaltung seltener
Haustierrassen“ zu finden.
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Besonderheiten auf dem Bauernhof
Menschen brauchen Tiere
Der Kontakt zu Tieren hat die Entwicklungsgeschichte der Menschheit geprägt. Wir haben uns mit ihnen zu den Lebewesen entwickelt, die wir heute sind. Gerade in jüngster Zeit meinen wir, ohne Tiere zurecht zu kommen. Wie neueste Forschungen jedoch zeigen, ist der Einfluß gerade unserer Haustiere für eine gesunde Entwicklung, besonders für unsere Kinder,sehr wichtig. Der hund, die Katze oder der Papagei sorgen für Ruhepunkte in der Familie. Man kann mit ihnen sprechen, sie hören geduldig zu, sie lassen sich streicheln und man kann mit ihnen schmusen. Sie sind Balsam für unsere Seele. Tiere reagieren aber auch auf unser Verhalten und sie zeigen uns, wenn wir unangemessen mit ihnen umgehen und unser Sozialverhalten unstimmig ist. Dann ziehen sie sich zurück und kratzen oder schlagen aus. Hier haben Kinder, aber auch Erwachsene die Möglichkeit, Zusammenleben und soziales Verhalten zu üben, ohne zwischenmenschliche Beziehungen zu stören.
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Sinnesschulung auf dem Bauernhof
Im Gegensatz zur Stadt mit monotonem Geräuschpegel, abgasdurchsetzter Luft, lichtdurchtränktem Nachthimmel und unruhigem menschlichen Treiben, ist der Lebensraum unseres Bauerhofes ein Ort wo absolute Ruhe, das Knattern eines Treckers, der Blütenduft, der Geruch des Mistes, die helle Sonne und die tiefschwarze Nacht die Empfindungen der dort lebenden Menschen ansprechen. Ein Rhythmus der nicht monoton sondern kontrastreich mit Entspannungsphasen das menschliche Leben bestimmt. In dieser Atmosphäre ist auch ein gezieltes und intensives Erleben von Dingen und Geschehnissen möglich. In erster Lienie sind da natürlich unsere Bauernhoftiere zu nennen die durch ihre Lebendigkeit Menschen intensiv beeindrucken. Die Verschiedenheit ihrer Kleidung, die Federn der Hühner, das Fell der Kuh und die Borsten der Schweine fordern zu Kontaktaufnahme durch Befühlen auf Dabei bleibt auch nicht verborgen, das jedes Tier anders riecht und andere Laute von sich gibt. Auch Aussehen und Verhalten und die Möglichkeit der Kontaktaufnahme sind sehr unterschiedlich.Unsere Bienen lassen sich zwar nicht streicheln, ihre interessante und geheimnisvolle
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Lebensweise, sowie ihr Wachs und Honigduft und ihr beruhigendes Summen fesseln uns jedoch immer wieder. Besonders im Frühling können wir uns über das Vogelkonzert freuen und im Liegestuhl am Teich halbschlafend den Klängen lauschen. Das bewusste Beschäftigen mit der Pflanzenwelt kann auch immer wieder überraschen. Wer weiß noch, wie ein Getreidefeld riecht, wie sich Espenlaub anhört oder wie Wildbirnen schmecken? ?Dieses alles können sie erleben, wenn sie die Muße aufbringen unseren kleinen Bauernhof für eine bestimmte Zeit als ihren Lebensraum zu betrachten. |
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